Das Klassik-Prisma

 

Bernd Stremmel

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Bach

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    1. Brandenburgisches Konzert F-Dur BWV 1046

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Interpretationen in historischer Aufführungspraxis, (teilweise) mit Originalinstrumenten:

 

Akademie für Alte Musik Berlin

HMF

1997

20‘10

4-5

für die 5 fehlt das das letzte Quentchen

Goebel

Musica antiqua Köln

DGA

1986

18‘15

4-5

II wirkt trotz schnelleren Tempos nicht forciert, III schmetternde Hörner bei Solo-Stellen, IV Menuett akzentuiert, Trio I Oboe mit Verzierungen, barocke Prachtentfaltung

 

Orchestra of the Age of Enlightenment

Virgin

1987

19‘25

4-5

I Hörner mit etwas Hall, schönes durchsichtiges Klangbild, III lustbetontes Musizieren

Pommer

Neues Bachisches Collegium Musicum Leipzig

Capriccio

1984

20‘14

4-5

farbenreiches Spiel, zwischen den Gruppen gut ausgewogen, Hörnerklang verleiht den Menuetten Festlichkeit, Trio 2 Hörner legato

Newman

The Brandenburg Collegium

Sony

 

20‘17

4-5

I saftig, jedoch etwas kompakt, II Bass immer präsent, III Violine-picc. könnte noch etwas mehr hervortreten, IV schnelles Andante, Polonaise: bei den Wiederholungen pizzicato, Menuett 3: konzertierendes Cembalo, sehr gelungen!

Stryncl

Musica Florea

Supraphon

2006

17‘48

4-5

I Allegro molto, Hörner klingen zu hektisch, II fast bestens, III Violine-picc. schlägt sich tapfer, IV Geschwind-Menuett

 

Harnoncourt

Concentus Musicus Wien

Teldec

1981

20‘11

4

I mehr Übersicht als 1964, II Anfang jetzt besser, Violine-picc. dünner Klang, Fagott lauter als Cello, IV Trio 2 schneller, plärrende Hörner, insgesamt nicht viel besser als 64

Leonhardt

Leonhardt Consort

Sony

1976

21‘34

4

I etwas saftiger als Harnoncourt, II ausdrucksvoll, III langsamer und deutlicher als Harnoncourt-81, IV bieder, ohne Pep

Kuijken

La Petite Bande

DHM

1994

20‘03

4

I Hörner etwas zu leise, auch im 3. Satz zu dezent, IV schnelles Andante

Koopman

Amsterdamer Barock Orchester

Erato

1983

20‘06

4

I Continuo spielt auch bei Solo-Stellen in gleicher Lautstärke weiter, III gemütliches Tempo, IV Allegro moderato, Polonaise viel schneller

Haselböck

Wiener Akademie

Novalis

1988

20‘32

4

I Hörner manchmal zu sehr im Hintergrund, weniger zugespitzt, mehr gemütlich, 2. und 4. Satz am besten

Abbado

Orchestra Mozart Bologna

DGG

2007

17‘25

4

live - I schnell und locker, klanglich etwas angerauht, II Andante, Dialog zw. Oboe und Solo-Viol. etwas nüchtern, III lustbetontes, flottes Musizieren, IV Menuett etwas blutleer, Trio I Ob.mit Auszierungen – hier lässt sich mehr herausholen

Antonini

Il Gardino Armonico

Teldec

1996

18‘02

4

I Allegro molto, schmetternde Hörner, II Andante, keinen Tiefsinn suchend, III fast Allegro molto, IV schnelles Menuett

Gardiner

English Baroque Soloists

SDG

2009

18‘53

4

I in der Anlage dramatisch zugespitzt, kein Schönklang, III fast Allegro molto

Parrott

Taverner Players

Virgin

1988

18‘23

4

I flott, aggressiv, Wechsel der Soloinstrumente gut zu verfolgen, II silbriger Klang, jedoch weniger gut aufgefächert, III Viol.-picc. etwas blass, Hörner stoßen in der Höhe an ihre Grenzen, IV sehr schnell, Polonaise noch schneller

Pinnock

The English Concert

DGA

1982

19‘57

4

im 1. und 3. Satz Intonation nicht immer sauber, II Oboe dominiert, IV etwas nüchtern

Suzuki

Bach Collegium Japan

BIS

2008

20‘14

4

I Corni da caccia sehr gepresst, man wirft sich kaum die Bälle zu, II Oboe dominiert zu sehr, IV Menuette: alle Wiederholungen immer gleich, etwas konventionell

 

Collegium aureum

DHM

1966

21‘46

4

trotz Original-Instrumenten philharmonischer Streicherklang im Tutti noch nicht überwunden, I etwas behäbig, guter Klang, II Andante, gut klingende Violine-piccolo, III Hörner in hohen Passagen angestrengt

 

Harnoncourt

Concentus Musicus Wien

Teldec

1964

22‘42

3-4

I Hörner bei tutti-Stellen zu leise, II etwas trocken, akademisch, III schwerfällig, Achtelnoten fast gestampft, Viol.-picc. wird oft zugedeckt, IV Menuett gestampft, nur Notentext

Alessandrini

Concerto Italiano

naïve

2004

20‘45

3-4

Klang nicht gut aufgefächert, dunkle Hörner, II dominierende Oboe, III Solo-Violine zu leise, IV zügiges Menuett, Polonaise ziemlich leise

traditionelle Interpretationen:

Marriner

Academy of St. Martin-in-the-Fields

Philips

1980

19‘37

4-5

gute Balance, stellenweise Schönklang, IV Trio 1 T. 13 f Fagott zusätzliche Noten

Winschermann

Deutsche Bachsolisten

Delta


21‘03

4-5

gute Balance, frisch musiziert, II eher Andante

 

Leppard

English Chamber Orchestra

Philips

1974

20‘24

4

I Hörner eher als Klangfarbe, II gelungen, III schlank, durchsichtig mit präsenter Violine-picc.

Klemperer

Philharmonia Orchestra London

EMI

1960

23‘24

4

insgesamt sachlich in Richtung HIP, jedoch nicht langweilig, musiziert – I in gelassenem Tempo, einzelne Gruppen heben sich gut voneinander ab, II ausdrucksvoll jedoch nicht romantisch, immer klar, III könnte schneller sein, IV Menuett immer legato, keine positiven Überraschungen, etwas zäh

Rilling

Oregon Bach Festival Chamber Orchestra

hänssler

1994

20‘25

4

I Hörner teilweise verdeckt, II auch das Vibrato kommt auf seine Kosten, III teilweise etwas unentschlossen, IV bester Satz, einige Verzierungen

Casals

Marlboro Festival Orchestra

Sony

1964

21‘28

4

I um Durchsichtigkeit bemüht, II schöner Dialog zwischen Oboe und Violine, III schwungvoll

 

Chamber Orchestra of Europe

DGG

1990

20‘29

4

viele Streicher bedrängen Oboen, II Oboe dominiert

Horenstein

Wiener Solisten Ensemble

Archipel

1954

21‘22

4

I Intonation nicht immer sauber, II mit Ausdruck, III farbig musiziert, mit Schwung, IV etwas einförmig

Adolf Busch

Kammerorchester Adolf Busch

EMI

1936

21‘46

4

Streicher-betont, sachlicher Musizierstil, einige zeitbedingte Portamenti

Chailly

Gewandhausorchester Leipzig

Decca

2007

19‘07

4

I etwas runderer Klang als bei Abbado, nicht so gemeiselt wie Klemperer, II mehr nebeneinander als miteinander, III drive, IV Menuette ohne Abwechslung, Trio II und Polonaise flott

Britten

English Chamber Orchestra

Decca

1968

21‘30

4

trotz größerer Streicherbesetzung Balance gewahrt, II Oboe etwas präsenter als Violine, IV nüchtern

 

Schuricht

Züricher Barock Ensemble

Concert Hall Scribendum

1966

21‘59

3-4

im Tutti von Streichern beherrscht, II Zwiegespräch zwischen Oboe und Violine-picc., III etwas nüchtern, IV schön gemacht

Scherchen

Orchester der Wiener Staatsoper

Westminster

1960

25‘55

3-4

I etwas zäh, II Adagio molto, mit Ausdruck, fast schon romantisch, III etwas breit, jedoch farbig musiziert, IV Streicher-betont, Polonaise etwas zäh

 

I Musici di Roma

Philips

1984

19‘19

3-4

I Hörner auch in Tutti-Abschnitten nicht nebenher, II mit romantischem Ausdruck, viel Vibrato, III leuchtende Hörner, jedoch etwas pauschal, IV Menuette ohne Abwechslung, Trios und Polonaise solide

Richter

Münchner Bachorchester

DGA

1967

19‘10

3-4

I etwas zackig, II noch etwas romantisierendes Spiel, kein kleines Orchester der Barockzeit, III nicht im Stil von Barockmusik, IV dichtes Klangbild, weniger differenziert, schöne Polonaise

Neel

Boyd Neel String Orchestra

Decca Dutton

1945

20‘57

3-4

I alles wie am Schnürchen, jedoch akademisch, II mit Ausdruck, III schwungvoll, Menuett streicherbetont, etwas pauschal, keine Terrassendynamik

Goldberg

Niederländisches Kammerorchester

Philips

1958

20‘57

3-4

noch sehr Streicher-betont, Oboen und Hörner nur an Solo-Stellen deutlich, II Vibrato, IV schwerfällig

Koch

Kammerorchester Berlin

Berlin Classics

1973

21‘34

3-4

I akademisch, ohne Pep, II viel Ausdruck, III mehr moderato, kräftige Akzente, etwas bulliges Spiel, IV Menuett stark Streicher-betont

Klemperer

Wiener Philharmoniker

Testament

1968

25‘23

3-4

live – gewichtiger als 1947, Konzertieren gut herausgearbeitet, in Sätzen 2-4 zähes Tempo, IV Menuett lagato! Klemperer macht am Ende jeweils des 1. sowie 2. Teils des Menuetts und der Polonaise ein ritardando auf der Kadenz

Klemperer

Pro Musica Orchester

Vox

1946

20‘40

3-4

Klang stellenweise wie hinter einem Schleier, Gestaltungswille K. nicht zu überhören, I etwas zackig, II Continuo etwas üppig, ausladend in T. 9-11, 20-22, 31-33, III herber Bach, IV Menuett etwas zu langsam, rit. wie oben!

Menuhin

Bath Festival Orchestra

EMI

1959

21‘22

3-4

I nicht so durchsichtig wie bei Klemperer ein Jahr später, nicht immer einheitliche Phrasierung zwischen den Orchestergruppen, Hörner in höheren Lagen angestrengt, II ich vermisse etwas Ruhe, III Musik wenig geformt, Violine-picc. sehr gekratzt, IV etwas einfallslos gestaltet

 

Tilegant

Südwestdeutsches Kammerorchester

Europa

~ 1966

21‘58

3

groß besetzter Streicherapparat, weniger differenziert, IV lustlos vor sich hin gefidelt oder geblasen

Baumgartner

Festival Strings Lucerne

DGA

1960

22‘36

3

Streicher mit breitem Strich an tutti-Stellen, I um Intonation bemüht, II Continuo ohne Ausdruck, III Hörner mehr im Hintergrund

Karajan

Berliner Philharmoniker

DGG

1964

26‘31

3

I alles akkurat gespielt, nichts romantisch verzerrt, jedoch kein barocker Geist, II Kitsch, III Interpretation wie Satz I, T.80 f:romantisches Fenster, IV verschlepptes Tempo, Streichersound

Karajan

Berliner Philharmoniker

Melodya

1969

21‘43

3

live Moskau – Barockmusik aus dem Geiste der Romantik, groß besetzter Streicherapparat, pompös, warum da noch ein extrem aufdringliches Cembalo? Beschwörung einer musikhistorisch vergangenen Zeit

Urfassung des 1. Konzerts: Sinfonia F-dur BWV 1046a

Pommer

Neues Bachisches Collegium Musicum Leipzig

Capriccio

1984

13‘34

5

barocke Prachtentfaltung

Hogwood

The Academy of Ancient Music

Decca

1984

13‘30

5

heller Klang, sehr farbiges Orchesterspiel





Die berühmten 6 Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach entstanden während seiner Zeit als Kapellmeister des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen (1717-1723). Dort wurden sie auch von der Hofkapelle sowie zusätzlichen Musikern (z. B. Hornisten) aufgeführt. Auftraggeber war nicht Bachs Dienstherr, sondern Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg, der jüngste Sohn von Friedrich Wilhelm, dem „Großen Kurfürsten".

Die Bezeichnung „Brandenburgische Konzerte" geht übrigens nicht auf Bach selbst zurück, sondern auf seinen ersten Biographen Philipp Spitta, der in seinem Werk immer wieder von den „Brandenburgischen" schreibt, um sie von anderen Konzerten aus Bachs Feder abzuheben. Die Musik des groß besetzten ersten Konzerts schätze Bach in besonderem Maße, einzelne Sätze entnahm er und fügte sie umgeformt und anders instrumentiert in andere Werke ein.

Die dem Markgrafen übereignete Druckfassung stellt keineswegs die Urfassung der Konzerte dar. Bei Nr. 1, 2 und 5 greift Bach auf einige Jahre früher entstandene Kompositionen zurück. Max Pommer hat sie 1984 für die Schallplatte eingespielt. Die Frühfassung des 1.Konzerts, noch „Sinfonia" genannt, ist weniger umfangreich als die bekannte spätere, sowohl in der Anzahl der Sätze als auch in der Instrumentation. In der Frühfassung fehlt der 3. Satz. Das Menuett enthält schon die beiden Trios, jedoch nicht die Polonaise (Polacca) für die Streicher. Außerdem sind die Stimmen für Violinen und Bratschen mit den drei Oboen im Notentext zusammengefasst, sie spielen also identische Noten. Die Verwendung einer Violine piccolo, die um eine kleine Terz höher gestimmt ist, fehlt auch in der Frühfassung, ihr Part wird von der 1.Violine übernommen. Im zweiten Trio des Menuetts erklingen beide Hörner, aber nicht die Oboen, sondern Violinen 1 und 2 mit einer anderen Stimme als die der Oboen in der bekannten späteren Version. Neben Max Pommer hat auch Christopher Hogwood die Frühfassung aufgenommen.

Das 1. Konzert stellt quasi ein Lehrstück dar, wie ein Komponist (der Barockzeit) ein Konzert für Instrumente herrichtet: a) Gruppenkonzert: verschiedene Instrumentengruppen wechseln einander ab (1.Satz), b) Solokonzert für 1, 2, 3 oder 4 Instrumente (2. und 3. Satz), c) Concerto grosso: eine Gruppe von meist 3 Instrumenten (Soli) wechseln sich mit dem restlichen Orchester (ripieno) ab (4.Satz). Einige Musikologen erkennen im 4.Satz bzw. im ganzen Stück den Typus der „Suite", in der sich nach einer Eröffnung=Ouvertüre Tanzsätze abwechseln.

Wie auf einen Knopfdruck hin beginnt der 1. Satz und endet ohne einmal inne zu halten nach 84 Takten. Er ist nicht in thematisch gebundene Teile konzipiert, wie z.B. das 2. oder 4. Konzert, sondern folgt eher einer freien Polyphonie (Heinrich Besseler), wobei sich Streicher, Oboen und die beiden Hörner (Corni da caccia) am „Gespräch" beteiligen. Für den Dirigenten besteht die Aufgabe darin, über die Balance zwischen den Gruppen zu wachen, Einsätze zu markieren sowie das Tempo vorzugeben und zu halten. Bei einigen Aufnahmen werden die Hörner in tutti-Stellen, wenn alle spielen, ganz oder teilweise zugedeckt (z.B. Schuricht, Busch, Goldberg, Tilegant, Rilling, Harnoncourt-64, Kuijken, Haselböck). Bei Suzuki und Gardiner klingen die Jagdhörner sehr gepresst, zu hektisch bei Stryncl, bei Leppard zu zurückhaltend, scheu, fast nicht konzertierend sondern eher als Klangfarbe im Hintergrund zu verstehen. Bei vielen vor allem älteren Aufnahmen werden statt der Corni da caccia, die erst wieder mit der Besinnung auf historische Aufführungspraxis gebaut wurden, die gebräuchlichen Waldhörner eingesetzt. Bei diesen Aufnahmen wird der Orchesterklang, auch bei Kammerorchestern, meist vom Streicherkörper beherrscht (Busch, Schuricht, Britten, Karajan, Goldberg, Tilegant, Baumgartner). Sehr gelungen ist der 1.Satz bei der Akademie für Alte Musik, die auch noch ein aufmerksames Continuo-Trio aus Cembalo, Cello und Violone, dem Vorläufer des Kontrabasses, vorweisen kann.

Im 2. Satz konzertiert die 1. Oboe mit der schon erwähnten Violine-piccolo. Man kann drei Abschnitte zu je 8 Takten unterscheiden, nach denen jeweils das Continuo, hier noch durch das Fagott verstärkt, eine mehr (Leppard, Winschermann, Newman) oder weniger (Baumgartner, Gardiner) ausdrucksvolle fallende Achtelbewegung ausführt. Leider ist in vielen Aufnahmen die Balance zugunsten der Oboe verschoben, da meint man fast den langsamen Satz eines Oboenkonzerts zu hören (Karajan, Britten, Pommer, Chamber Orch.of Europe, Allessandrini, Suzuki). Ausdrucksvoll erklingt der Satz bei Scherchen, Leonhardt, Neel, Koch, bei Goldberg wird bei den Solisten nicht mit Vibrato gespart, bei Tilegant spielen sie zu laut, die Streicher sind da nur Stütze im Hintergrund. Etwas besonderes hat sich Harnoncourt in seiner ersten Aufnahme gedacht: die begleitenden Achtel der Streicher werden in den ersten drei Takten jeweils so lang gezogen, das der Hörer meint, es seien ganztaktige Noten vorgeschrieben, entspricht das Bachs Absicht?

Nun zum 3. Satz, einem frischen Allegro, der viele Solopassagen für die Violine-piccolo enthält. Nicht immer stimmt die Balance zwischen dem Orchester und dem im Vergleich zart klingenden Streichinstrument (Rilling, Harnoncourt-64, Alessandrini, Suzuki). In Takt 80/81 bleibt die Musik fast unvorbereitet stehen, die Solo-Violine spielt eine kurze Kadenz, dann geht es wie zuvor weiter. In einigen Aufnahmen verziert der Solist hier seine Stimme (Pommer, Gardiner, Akademie für Alte Musik).

Der Verlauf des letzten Satzes ist wie folgt: Menuett (zweiteilig), ganzes Orchester; Trio I (zweiteilig), 2 Oboen, Fagott; Menuett; Polonaise (zweiteilig), Streicher; Menuett; Trio II (zweiteilig), 2 Hörner, Oboen unisono; Menuett. Letzteres erscheint also viermal im Wechsel mit anderen Instrumenten. Die meisten Dirigenten führen es immer wieder auf die gleiche Art und Weise aus, abgesehen von den ausgelassenen Wiederholungen, ein wenig einförmig. Etwas fantasievoller gehen Schuricht, Scherchen, Leppard, Marriner, Rilling, Newman und Haselböck ans Werk. Diese Dirigenten lassen z.B. die Wiederholungen leiser bzw. lauter spielen, oder lassen im 2. und 3. Menuett nur die Streicher, bzw. nur die Oboen erklingen. Andere wählen in den Trios sowie der Polonaise meist schnellere Tempi, das bringt Abwechslung in das Stück.

Eine Aufnahme, die restlos zufriedenstellt, konnte ich bisher noch nicht ausmachen, es ist jedoch denkbar, dass Leser diesbezüglich anders urteilen.

Erwähnt werden sollte noch am Schluss, das bekannte Musiker bei Kollegen mitspielen:

Adolf Busch: Rudolf Serkin, Klavier als Continuo, Aubrey Brain, Horn (Vater von Dennis Brain)

Jascha Horenstein: Nikolaus Harnoncourt am Cello, Walter Schneiderhan (Bruder von Wolfgang) Solo-Violine

Otto Klemperer-WP: Walter Weller, Solo-Violine

Pablo Casals: Rudolf Serkin, Klavier als Continuo, Alexander Schneider, Solo-Violine

Boyd Neel: Dennis Brain und Norman Del Mar, Horn

Rudolf Baumgartner: Wolfgang Schneiderhan, Solo-Violine und Helmut Winschermann, Oboe

Herbert von Karajan: Alan Civil, Horn

Karl Richter: Hermann Baumann und Werner Meyendorf, Hörner

Max Pommer: Ludwig Güttler, Corno da caccia

I Musici: Hermann Baumann, Horn, Heinz Holliger, Oboe, Klaus Thunemann. Fagott, Pina Carmirelli, Solo-Violine

Reinhard Goebel: Andreas Staier, Cembalo

eingestellt am 08. 02. 10

ergänzt am 10. 04. 11

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