Das Klassik-Prisma

 

 Bernd Stremmel

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Johannes Brahms

 

 2. Serenade A-Dur op. 16

 

Allegro moderato – Scherzo – Adagio non troppo – Quasi Menuetto – Rondo

 

Brahms‘ Serenaden entstanden im beschaulichen Detmold, Residenzstadt der Fürsten von Lippe, wo Brahms in den Herbst-und Wintermonaten der Jahre 1857-1859 als Klavierlehrer der Prinzessin Friederike fungierte, aber auch die Stelle des Hofpianisten innehatte und den Hofchor leitete. Dabei blieb es nicht aus, mit dem (bescheidenen) Orchester sowie einzelnen Musikern in Berührung zu kommen und mit ihnen zu musizieren. Hier lernte Brahms auch Mozarts Bläserserenaden kennen, mit deren Kompositions- und Instrumentationstechniken er sich auseinandersetzte und die zur Schaffung ähnlicher Werke anregten. Die Komposition begann im Herbst 1858 und zog sich bis 1860 hin. Brahms schickte die Partituren beider Serenaden dem Leipziger Verleger Breitkopf & Härtel, der sich jedoch nur für die erste interessierte. Daraufhin wechselte er zum Bonner Verleger Simrock, der in Folge als nunmehriger Hauptverleger die meisten seiner Kompositionen herausgab.

Die ersten Aufführungen der 2. Serenade erfolgten in Hamburg mit dem Komponisten als Dirigenten und im Leipziger Gewandhaus mit Carl Reinecke am Pult. Hier fand sie seitens der Kritik wenig Begeisterung. Besser aufgenommen wurde sie bei einer zweiten Aufführung wiederum in Hamburg. Es sollte noch Jahre dauern, bis sie sich im Konzertsaal einen Platz eroberte. Daran konnte auch die Wiener Premiere durch die Philharmoniker unter Leitung von Otto Dessoff nichts ändern. In der Schweiz setzte sich Theodor Kirchner, ein Schumann-Schüler, durch mehrere Aufführungen für die Serenade ein. Einen großen Erfolg erzielte der Komponist selbst bei einer Aufführung durch das Brahms zugetane Kurorchester in Baden- Baden 1872. Hinweise befreundeter Musiker und eigene Erfahrungen bei den Dirigaten veranlassten Brahms zu einer, zugegeben leichten, Überarbeitung der Partitur. Sie bezog sich hauptsächlich auf deutlichere dynamische Angaben. Die revidierte Fassung erschien 1875 und wurde noch im selben Jahr in Breslau durch den befreundeten Bernhard Scholz aufgeführt. Die ersten Aufführungen in London sind in den Jahren 1874 sowie 1875 belegt.

Für viele Musiker erwies sich die Besetzung dieser Serenade als befremdend, verzichtete Brahms doch auf die üblichen Violinen, sowie Pauken und Trompeten. Damit wendet er sich vom Glanz der früheren ersten Serenade D-Dur op. 11 ab. Der Bläsersatz ist doppelt besetzt, im abschließenden Rondo tritt eine Piccoloflöte hinzu. Brahms‘ Vorstellung zur Besetzung der Streicher erfahren wir in einem Brief an den o. g. Bernhard Scholz vom 16.11.1875, dort schreibt er „ … 8 oder auch mehr Violen, 6 Violoncelle, 4 Bässe oder so was scheinen gut“.

Wenn hier fast 30 Aufnahmen aufgelistet sind, sollte das nicht als Indiz für eine Begeisterung seitens der Masse der Interpreten gewertet werden. Dagegen stehen die vier Brahms-Sinfonien, die eine feste Konstante im Konzertsaal sind, mehr noch als die von Beethoven, und auch immer wieder auf Tonträgern erscheinen. Trotzdem kann sich der Musikfreund glücklich schätzen, auf ein Angebot etlicher hervorragender Einspielungen zurückgreifen zu können.

Hier noch ein paar Hinweise zu einzelnen Sätzen:

Das Hauptthema zu Beginn des ersten Satzes  - in Sonatensatzform - wird zunächst von den Bläsern vorgetragen, ab Takt 9 von den Streichern übernommen. Dabei sollte der Dirigent darauf achten, dass die Bläser die Streicher nicht überdecken, was leider oftmals geschieht. Kertesz, Rögner und Tilson Thomas machen das sehr gut. Auch ist das alla breve-Zeichen zu beachten, ein Hinweis auf ein nicht zu moderates Tempo!

Das kurze schwungvolle Scherzo ist monothematisch angelegt und bleibt überwiegend in C-Dur. Nach einer kurzen E-Dur-Episode (T. 24-31) kehrt es wieder nach C-Dur zurück, Brahms unterstreicht dies durch die thematische Einbindung der beiden Hörner, die bisher nur eine Stützfunktion innehatten. Aufmerksame Dirigenten lassen die Hörner an dieser Stelle dezent hervortreten. Terzen- und Sexten-selige Bläserklänge beherrschen das Trio, das sich über einem leisen Bordun aller Streicher auf c erhebt.

Im langsamen dritten Satz wird das Horn – ein Lieblingsinstrument des Komponisten – mit einigen Soloepisoden bedacht, die herausgestellt werden sollten.

Ein Hinweis gilt noch dem aparten Trio des vierten Satzes: eine durch Pausen unterbrochene Melodie der Oboe (Partitur: espressivo dolce) wird durch abwechselnde Flöten und Cello (pizzicato!)-Einwürfe umsponnen, Bratschen und Fagotte geben dazu das harmonische Gerüst. Der Ausdrucksgehalt, das Geheimnisvolle dieser wenigen Takten gilt es zu wecken.

 

 

5

Istvan Kertesz

London Symphony Orchestra

Decca

1967

29‘10

 

I vital, abwechslungsreich, Stimmverläufe gut nachgezeichnet, II ausgelassen, Scherzo!, III akribisch ausformuliert, IV Atmosphäre, V überzeugend – gute Mischung aus Dramatik und Espressivostil, Brahms‘ Instrumentation bestens offengelegt

5

Gary Bertini

Wiener Symphoniker

Orfeo

1982

31‘00

 

I alla breve wahrgenommen, II lebendig, leichtfüßig, III schlanke Streicher, pulsierend, facettenreich, Hornsolo!, IV/V sehr differenziert – sehr gute Transparenz, farbiges Klangbild

5

Jirí Bělohlavek

Tschechische Philharmonie Prag

Supraphon

1993

31‘02

 

I lebendiges Musizieren, rhythmisch pointiert, II ansteckende Spielfreude, III Andante, bewegt, IV ausgeglichen, viel Atmosphäre, V mit Hingabe – transparentes Klangbild

5

Mario Venzago

Tapiola Sinfonietta

Sony

2016

28‘12

 

I aufmerksames Dirigat, Dramatik in der Durchführung, T. 9-16 Holz stellt sich vor die Streicher, II Streicher im Trio im Hintergrund immer präsent, vorbildliche Artikulation, III Stimmführungen immer offen, IV ohne 2. Wiederholung im Menuett, keine Wiederholung im Trio, unterschwellige Dramatik, V überzeugend – offenes Klangbild, sehr gute Transparenz

5

Riccardo Chailly

Gewandhausorchester Leipzig

Decca

2014

26‘06

 

Chailly nimmt sich Brahms‘ Frühwerk mit Hingabe an, vielschichtiges Musizieren, inspiriert und farbenreich, bewegte Tempi, jedoch nicht geglättet, mit leichter Hand, jedoch nicht leichtgewichtig. Die MusikerInnen scheinen auf der vorderen Stuhlkante zu sitzen. Die technische Seite der CD ist vorzüglich gelungen.

5

Heinz Bongartz

Dresdner Philharmonie

Eterna            Berlin Classics

1961

32‘09

 

präsenter Klang, gute Transparenz und Balance, stimmige Tempi, Serenadenton getroffen

 

 

4-5

Andreas Spering

Capella Augustina

CPO

2005

33‘26

 

I gelassen, mit viel Klangsinn, stimmliche Ausgewogenheit, II vital, Scherzo und Trio gut voneinander abgesetzt, III Musik im Fluss, elastisches Musizieren, Fagott T. 38-40 verdeckt, IV gewichtig, V sehr schnell, sinfonisch, etwas derb – sehr gute Transparenz und Balance

4-5

Dirk Joeres

Westdeutsche Sinfonia

IMP

1992

33‘10

 

I kammermusikalischer Ansatz, gute Transparenz, ausgewogen, II temperamentvoll, Scherzo und Trio gut voneinander abgesetzt, III trotz ruhigen Tempos musikalisch bewegt, mit unterschwelliger Dramatik, IV Espressivo, Trio mit Atmosphäre, gute dynamische Gestaltung, V Dramatik nicht ausgespart – aufmerksames Dirigat, gute Balance

4-5

Charles Mackerras

Scottish Chamber Orchestra

Telarc

1998

31‘08

 

stimmige Interpretation, Blick auf Details, I T. 9 ff. Holz lauter als Streicher, II lebendiger Vortrag, III eher sachlich als emotional dargeboten, Oktavsprünge des Horns und Fagotts T. 38-41 unterbelichtet, IV bewegt, V mit Hingabe, vielschichtiges Musizieren

4-5

Leonard Bernstein

New York Philharmonic Orchestra

CBS    Sony

1966

31‘46

 

I spannungsvoll, rhythmisch, direktes Musizieren, II etwas schwerfällig, III langsames Tempo, starke Streicher, etwas vordergründig theatralisch, IV aufmerksam, V schwungvoll, virtuos – offenes Klangbild

4-5

Bernhard Haitink

Concertgebouw Orchester Amsterdam

Philips

1980

29‘20

 

4-5

Bernhard Haitink

London Symphony Orchestra

Eigenlabel LSO

2003

29‘08

 

live,

4-5

Claudio Abbado

Berliner Philharmoniker

DGG

1967

33‘53

 

I Abbado geht lyrisch, feinfühlig zur Sache, Espressivo, facettenreich, alla breve leider nicht beachtet, II ausgelassen, schwungvoll, III ausdrucksstark, aber auch mit langsamem Tempo, IV stimmungsvoll, moderates Tempo, V lebendig – homogerner Klang, sehr gute Transparenz

4-5

Heinz Rögner

Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin

Eterna            Pilz

~ 1980

30‘44

 

I spontanes Musizieren, klare Artikulation, II entschieden voran, III etwas flüchtig, Wechsel von Horn und Fagott T. 38-40 kommt nicht heraus, IV stimmungsvoll, V vital, Streicher etwas rau

4-5

Kurt Masur

Gewandhausorchester Leipzig

Eterna          Decca

1980

30‘20

 

I Serenadenton, Klarinetten könnten beim 2. Thema (T. 20 ff.) mehr leuchten, T. 153-172 Streicher dominieren, II Trio ohne 2. Wiederholung, Horn darf T. 33-37 sowie T. 86-91 hervortreten, ausdrucksvolles Musizieren, Streicher jedoch etwas stark, IV bewegt, Holzbläser klanglich weniger differenziert, V farbig, Kehraus

4-5

Adrian Boult

London Philharmonic Orchestra

EMI

1977/78

25‘31

 

I Musik plastisch abgebildet, gutes Tempo, Oboe dominiert (zu) sehr den Klang, II frisch musiziert, Boult bringt die f-ff Steigerung heraus, III Andante con moto, wie ein verstörtes Nocturne, schnelles Tempo, Bläser mehr integriert, V Artikulation leidet etwas unter dem schnellen Tempo

4-5

Ernest Bour

Sinfonie-Orchester des SWF Baden-Baden

hänssler

1978

33‘03

 

I bewegtes Musizieren, kantabler Stil, Crescendo T. 34-37 nicht bis zum Ende durchgezogen, II etwas fest, III sich Zeit lassend, Oktavsprünge T. 38-41 gehen etwas unter, IV Oboe beherrscht zu sehr den Holzbläserklang, V pointiert artikuliert – gute Präsenz, sehr gute Transparenz, helles Klangbild, dynamische Bandbreite noch nicht ausgeschöpft

 

 

4

Michael Tilson Thomas

London Symphony Orchestra

CBS        Sony

1989

33‘17

 

I übersichtliches Dirigat, diszipliniertes und ausdrucksstarkes Musizieren, Oboe beherrscht zu sehr den Holzbläserklang, II etwas tapsig, III sich Zeit lassend, Oboe mit leichtem Vibrato, IV Balance im Trio nicht auf höchstem Niveau – ohne die verwendete Oboe eigentlich eine gelungene Aufnahme

4

Georg Tintner

Symphony Nova Scotia

Naxos

1992

30‘31

 

I sehr lebendige Darstellung, mit spürbarer Hingabe, II vital, III Andante, Oktavsprünge von Horn und Fagott T. 28-41 unterbelichtet, IV T. 10 ff. wenig dolce, V Kehraus, aufmerksame Pizzicati der Bässe – offenes, jedoch etwas angerautes Klangbild, gute Balance

4

Joseph Keilberth

Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester

WDR-Aufnahme unveröffentlicht

1960

31‘33

 

live – meist ruhig und gelassen vorgetragen, abgesehen vom Finale, das lebendig und vital das Werk beschließt; im ersten Satz nimmt Keilberth das Tempo beim zweiten Thema etwas zurück; kompakter Klang mit Bläsern im Vordergrund, dabei dominiert die Oboe den Klang, was Balanceprobleme nach sich zieht, so kann das Horn nicht immer den von der Partitur geforderten akustischen Platz belegen

4

Hans Rosbaud

Sinfonie-Orchester des SWF Baden-Baden

hänssler

1958

33‘06

 

I zurückhaltendes Tempo, könnte etwas lockerer musiziert sein, II jetzt angemessener, III etwas fest, weniger transparent, IV Rosbaud schaut mehr nach vorn als zur Seite, V Kern der Musik getroffen – kompakter Klang

4

Arturo Toscanini

NBC Symphony Orchestra

RCA

1942

29‘41

 

live,

4

Arturo Toscanini

New York Philharmonic Orchestra

Guild

1935

33‘43

 

live,

 

 

3-4

Carlo Zecchi

Concertgebouw Orchester Amsterdam

Philips     forgotten records

1954

36‘28

 

I kein richtiges Allegro, alla breve nicht beachtet, T. 9-16 Holzbläser stellen sich vor die Streicher, Oboe beherrscht zu sehr den Holzbläserklang, II etwas scherfällig, III keine zufriedenstellende Balance, Oberstimme führt zu sehr, klingt etwas wie buchstabiert, IV neutraler Ausdruck, V etwas holzschnittartig – Klang ohne Duft

3-4

André Jouve

Württembergisches Staatsorchester

TIM

 

33‘52

 

I gezogen, alla breve bleibt unbeachtet, zu fest musiziert, II sehr schnell, manche Details werden verschluckt, dem Trio im selben Tempo fehlt es an Flair, III zu gewichtig, später Brahms?, IV Klang jetzt mit mehr Präsenz und Atmosphäre, V musikantisch – kompakter Klang, fast topfig, ohne Duft, dynamische Differenzierung etwas uniform

3-4

Alun Francis

Orchestra Sinfonica di Milano

Arte Nova

P 1996

30‘06

 

die CD klingt irgendwie wie nur abgespult, Dirigent mehr Koordinator als Gestalter, bleibt eher an der Oberfläche, fließende Tempi, Crescendo T. 34 ff bereits T. 37 abgebrochen, dynamische Differenzierung nicht ausgeschöpft – nur eine Pflichtaufnahme von Arte Nova?

 

 

3

Alexander Rahbari

BRT Philharmonic Orchestra Brüssel

 Naxos

1990

32‘28

 

die Aufnahme ist ein Opfer unzureichender Klangtechnik, wenig transparent, Musik spielt sich in einer Ebene ab, Bläser zu sehr im Vordergrund mit hervorstechender Oboe – I lebendig, IV T. 10 ff. mf statt p, V Pizzicato der Celli im Trio kommt kaum durch

 

   

Solistische Ausführung mit 14 Musikerinnen und Musikern

 

 

5

Linos-Ensemble

 

Koch-Schwann

P 1986

30‘23

 

 

Streicher auf drei Interpreten reduziert, farbenreiches Musizieren, von musikalischer Energie sprühende Interpretation; bewegte Tempi, der langsame Mittelsatz hebt sich als Ruhepol von den benachbarten Sätzen deutlich ab; luftiges Klangbild, sehr gute Transparenz, das kommt besonders auch den Hörnern zugute; an lauten Stellen, besonders im Scherzo, geraten Bratsche, Cello und Kontrabass momentan ins Hintertreffen

   

Hinweise zu Interpreten und Interpretationen

 

Arturo Toscanini

 

Es ist erfreulich, dass sich auch Pultvirtuosen kleinerer Werke, Nebenwerke, der Musikliteratur annehmen, so auch Arturo Toscanini mit Brahms‘ zweiter Serenade, von der zwei Aufnahmen als Konzertmitschnitte aus grauer Vorzeit vorliegen. Die früheste Aufnahme entstand 1935 mit dem New York Philharmonic Orchestra, kann aber den Hörer von der akustischen Seite her kaum zufrieden stellen: An lauten Stellen ist die Aufnahme übersteuert, die Holzbläser sind zu sehr nach vorn gezogen, dazu kommt das Rauschen und Knacken der Acetat-Platten, auch wenn sie nachträglich gefiltert wurden. Dass hier der Hitzkopf Toscanini am Pult gestanden haben soll, ist aus dem klanglichen Resultat nicht zu entnehmen. Gelassen, den Serenadenton gut getroffen, mit einem ruhigen ausdrucksvollen langsamen Satz kann die musikalische Seite der Aufnahme überzeugen. Scherzo und Trio sind besser voneinander abgesetzt als bei den meisten anderen Aufnahmen. Die spätere Aufnahme mit dem NBC-Orchester aus dem Jahre 1942 ist auf Schellackplatten festgehalten, die auch keinen optimalen Klang, jedoch mehr Präsenz vorweisen. Der Unterschied besteht hier in der gewandelten Werkauffassung. Toscanini wählt für alle Sätze ein schnelleres Tempo, die Musik klingt jetzt lebendiger und dramatischer. Dabei geht das Espressivo des langsamen Satzes nicht verloren.

 

Bernard Haitink

 

Auch vom holländischen Dirigenten Haitink kann man auf zwei Aufnahmen zugreifen, die beide empfohlen werden können. Er ist ein guter Anwalt der Partitur und lässt genau und facettenreich musizieren, jenseits aller Routine. In der Aufnahme mit dem Concertgebouw Orchester (1980) wählt er für den Kopfsatz ein bewegtes Tempo, schneller als der Durchschnitt der untersuchten Aufnahmen, dabei gelingt ihm eine inspirierte Darstellung. Das gilt auch für den vierten Satz mit einem facettenreich musizierten Trio. Der langsame Satz ist fast schon ein Andante, an manchen Stellen scheint er mir etwas zu direkt angegangen. Der Londoner Konzertmitschnitt ist klanglich weniger differenziert, hier werden die Sätze drei bis fünf schneller genommen. Im dritten Satz führt das stellenweise zu etwas Unruhe, im Finale dagegen zu mehr Druck. Im Trio des zweiten Satz schiebt sich das Fagott vor die Klarinette, da ist die Balance nicht stimmig.

 

eingestellt am 26.11.2019

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