Das Klassik-Prisma  
 Bernd Stremmel

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Streichquartett F-dur op.96

„Amerikanisches Quartett"

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Hagen Quartett

DGG

1986

25‘40

5

W - äußerste Disziplin und Hingabe, trotzdem unaufdringlich, sehr gute dynamische Differenzierung

Philharmonia Quartett Berlin

Accord

1999

26‘49

5

W – gut aufgefächertes Klangbild, erfrischend wenig vibrato, sauberes Akkordspiel, 3. Satz nicht zu schnell, aber deutlich

 

Janacek Quartett

Decca/DGG

1963

25‘00

4-5

silbrige Streicher, präsentes Cello, 2. Satz natürlicher als Guaneri und Juilliard, trotzdem ausdrucksstark

Carmina Quartett

Bayer Records

1991

25‘53

4-5

W – ein Klangereignis, vollmundig

Keller Quartett

Teldec

1994

24‘24

4-5

W – sehr organisches Musizieren, intensiv

Jerusalem Quartet

HMF

2005

26‘20

4-5

W – auf den Spuren des Janacek Quartetts, spieltechnische Überlegenheit, alles fein aufeinander abgestimmt, duftiges Klangbild

Prager Streichquartett

DGG

1973

26‘27

4-5

W – gespanntes, dichtes Musizieren, 3. Satz etwas hektisch

Juilliard Quartett

Sony

1967

23‘50

4-5

sehr überlegtes Musizieren, Schwerpunkte genau gesetzt, 2. Satz molto espessivo, 3. Satz etwas metallischer Klang – Konzertsaal

Alban Berg Quartett

EMI

1989

25‘21

4-5

W – live, Klangbild in Tutti-Stellen etwas dicht, bei Steigerungen leicht gekratzt (Tribut an die live-Aufnahme)

Melos Quartett

HMF

1995

27‘27

4-5

W – schöne Einspielung, aber böhmischer Duft ist wenig zugegen

Emerson String Quartet

DGG

1984

25‘42

4-5

W – präzise, schlank, 3.Satz am besten

 

Guaneri Quartett

RCA

~ 1966

24‘04

4

Musizieren mit dem Herz, Konzertsaal

Hollywood String Quartet

EMI

1954

23‘13

4

ma non troppo, durchsichtiges Klangbild, 2. Satz intensiv, nicht sentimental, 4. Satz als Kehraus

Talich Quartett

Calliope

1976

24‘20

4

insgesamt belegter Klang, viel Vibrato

The Lindsays

ASV

1990-93

27‘14

4

W – 2. Satz Cellopizzicati etwas dick, plumsend - an lauten Stellen oft sehr orchestral

Prager Streichquartett

Supraphon

P 1967

27‘09

4

noch nicht so ausgeformt und ausdrucksstark wie später, dafür etwas musikantischer

Panocha Quartett

Supraphon

1982

25‘54

4

W – ein klein wenig distanziert, Palette der Klangfarben nicht ausgespielt, Cello im 2. Satz zu viel Vibrato

Smetana Quartett

EMI

1966

24‘06

4

böhmische Musikanten im besten Sinne, teilweise dichtes Klangbild

Vermeer Quartett

Teldec

1988

24‘47

4

zeitweise ziemlich orchestral, breiter Strich, nicht so differenziert; helles, in hohen Lagen näselndes Cello, 4. Satz kein vivace

 

Amadeus Quartett

DGG

1977

24‘22

3-4

sehr dichtes Klangbild, ziemlich orchestral, teilweise ruppig, kratzig, 2. Satz sehr emotional, Vl.1 weinerlich

W – Wiederholung der Exposition im 1. Satz

Dvoraks bekanntestes Streichquartett F-dur op.96 ist bei Quartettspielern und Musikfreunden gleichermaßen beliebt, entsprechend groß ist die Anzahl der Aufnahmen.                                                                                                                    

Ernst Heimeran schrieb einst in seinem Quartetthandbuch Das stillvergnügte Streichquartett „Das Ganze muß von Temperament und Musikantentum sprühen", da hat er recht. Aber das kann noch nicht alles sein, wenn das Werk überzeugend dargeboten werden will, auch Klangsinn, Geschmack und vor allem rhythmische Präzision sind ebenso von Nöten. Die Annahme, böhmische/tschechische Quartette hätten hier die Nase vorn ( „Heimspiel"), trifft nur sehr bedingt zu, wie mein Vergleich von 20 Aufnahmen zeigt. Eine wichtige Frage konnte ich den jeweiligen Interpreten nicht ersparen: wie haltet ihr es mit dem Vibrato? Vor allem im 2. Satz, wehmütige Erinnerungen an seine böhmische Heimat, kann ein zuviel davon leicht in Kitsch umschlagen. Auf eine Stelle im 3. Satz möchte ich noch hinweisen: klingt der Abschnitt T. 149 – 196 nicht nach Mendelssohn?

eingestellt am 06.04.07

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