Das Klassik-Prisma  
 Bernd Stremmel

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„Die Hebriden" Konzertouvertüre op.26

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van Kempen

Berliner Philharmoniker

Philips

1951

8‘50

5

stürmisch, dramatisch; für die damalige Zeit sehr durchsichtig aufgenommen, neu in: Berliner Philharmoniker rediscovered

Klemperer

Philharmonia Orchestra

EMI

1960

10‘10

5

sehr klar, differenziert, Beachtung aller Details, sehr schlank musiziert

Furtwängler

Berliner Philharmoniker

Polydor/DGG

1930

9‘41

5

dramatisch, aufgewühlt

Abbado

London Symphony Orchestra

DGG

1985

10‘19

5

durchsichtig, viele Details, gute dynamische Staffelung

Herreweghe

Orchestre de Champs Elysées

HMF

1994

9‘58

5

schöne Bläserstellen, Bläser und Streicher bestens austariert, 16-tel Filigran von Geigen, Bratschen und Celli

Kempe

Wiener Philharmoniker

EMI

1958

10‘24

5

klangfarbenreich, offenes Klangbild

 

Schuricht

Radio-Sinfonie-Orch. Lugano

Ermitage

1961

9‘47

4-5

live – dramatisch, feurig, sehr lebendig, Orchester nicht ganz auf dem Niveau der folgenden Aufnahmen

Schuricht

Wiener Philharmoniker

Decca

1954

9‘47

4-5

sehr schöne Bläserstellen T.149ff und T.186ff

Schuricht

SWF Sinfonie-Orchester

Scribendum

1962

10‘12

4-5

live

Reiner

Chicago Symphony Orchestra

RCA

1956

9‘29

4-5

gute Abstimmung zwischen epischen und dramatischen Abschnitten, furioser Schluss

Furtwängler

Wiener Philharmoniker

Orfeo

1951

10‘24

4-5

live – molto espressivo, dramatisch, stellenweise tragisch, Orchester kompakt, wenig aufgefächert

Furtwängler

Wiener Philharmoniker

EMI

1949

9‘59

4-5

dramatisch, molto espressivo

Keilberth

Berliner Philharmoniker

Teldec

P 1967

9‘55

4-5

 

Toscanini

NBC Symphony Orchestra

Testament

1945

9‘37

4-5

live – eher dramatisch, aber nicht aufgewühlt, Schlussteil sehr schnell

Dutoit

Sinfonie-Orchester Montreal

Decca

1986

10‘03

4-5

schöne Bläserstellen, sehr schöner Klang

Thielemann

Wiener Philharmoniker

DGG

2002

10‘10

4-5

Anfang etwas zu laut, nicht geheimnisvoll

Lehmann

Berliner Philharmoniker

DGG

1954

10‘03

4-5

 

Norrington

London Classical Players

EMI

1988

9‘43

4-5

ohne Vibrato

Brüggen

Orchester des            18. Jahrhunderts

Philips

~1994

9‘42

4-5

sehr schöner Klangteppich aus 16-tel, wie im Sreichquartett

Kubelik

WdR Sinfonie-Orchester

 

1962

10‘09

4-5

live – unveröffentlicht; moderato, nicht erhitzt

 

Szell

Cleveland Orchestra

CBS

1963

10‘51

4

alles sehr deutlich, etwas nüchtern, wenig romantisch

Maag

London Symphony Orchestra

Decca

1960

10‘00

4

dramatisch, sehr helles Klangbild, kratzige Streicher um T.160

Walter

Berliner Philharmoniker

DGG

1923

9‘23

4

Trichteraufnahme

Karajan

Berliner Philharmoniker

EMI

1960

10‘06

4

episch - hier deutet sich schon Karajans Hang zum kompakten, breiten und flächigen Klangbild an

Karajan

Berliner Philharmoniker

DGG

1971

10‘40

4

episch – mehr Demonstration des fabelhaften Orchesters als Mendelssohn

Masur

Gewandhausorchester

BMG

1976

9‘41

4

 

Haenchen

Staatskapelle Berlin

Berlin classics

1981

10‘28

4

episch - durchsichtiges offenes Klangbild, 2. Thema immer langsamer

Flor

Bamberger Symphoniker

RCA

1988

10‘07

4

 

Previn

London Symphony Orchestra

EMI

P 1979

9‘18

4

gut executiert, ein wenig glatt

 

Bernstein

New York Philharmonic

Sony

1966

8‘58

3-4

dramatisch, stürmisch, Anfang etwas dick, in lauten tutti-Stellen Orchester wenig durchgeformt

Dohnanyi

Wiener Philharmoniker

Decca

1978

10‘03

3-4

episch, etwas distanziert; schöner Mendelssohn, weniger Hebriden

Celibidache

Münchner Philharmoniker

EMI

1993

12‘04

3-4

die technische Seite des Musizierens hervorragend vorgeführt, aber das ist nur die eine Seite

Delogu

Tschechische Philharmonie

Supraphon

1979

9‘31

3-4

Orchester ein wenig hemdsärmlich, nicht immer durchgeformt

Mendelssohns Hebriden-Ouvertüre wurde nicht nur von Johannes Brahms geliebt, bis heute ist sie eine der meist geschätzten und bewunderten Schöpfungen des Komponisten geblieben. In der Musik spiegelt sich das Erlebnis einer Dampferfahrt bei stürmischer See zur schottischen Insel Staffa mit ihrer Fingals-Höhle wieder (1829). Mendelssohn begann mit der Komposition noch im selben Jahr, aber erst mit der 3. , endgültigen, Fassung von 1932 war er zufrieden, sie trug die Überschrift „Isle of Fingal".

Die Ouvertüre ist oft eingespielt worden, meist als Füller zur  3. Sinfonie a-moll.

Nach dem Vergleichen von mehr als dreißig Aufnahmen ergibt sich mir folgendes Bild:

Die meisten Interpreten entscheiden sich für einen hier überzeugenden Mittelweg mit epischen und dramatischen Abschnitten.

Furtwänglers Sicht der Hebriden-Ouvertüre ist ein Sonderfall. Er interpretiert das Stück so, als sei es ein Vorläufer von Wagners Holländer-Ouvertüre - übrigens hat Wagner Mendelssohns Werk gekannt und sogar aufgeführt. Trotz dieser zugegebenermaßen etwas einseitigen Darstellung von Furtwängler finde ich alle drei Produktionen sehr überzeugend. In den beiden Nachkriegsaufnahmen nimmt er das 2. Achtel des Hauptthemas seltsam unbetont, undeutlich, vermutlich mit Absicht. Das Thema verliert ein wenig von seiner Konstanz und wird etwas unruhig.

eingestellt am 24.06.07

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