Das Klassik-Prisma  
 Bernd Stremmel

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Weber

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Konzertstück für Klavier und Orchester f-moll op.79

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Arrau

Kleiber, Erich

NBC Symphony Orchestra

Urania Music&Arts

1947

16‘08

5

live - saß Weber im Saal?

Arrau

Defauw

Chicago Symphony Orchestra

Columbia Membran

1946

16‘02

5

 

Casadesus

Szell

Cleveland Orchestra

CBS

~ 1957

15‘31

5

mit Feuer, Casadesus und Szell in bester Partnerschaft

Casadesus

Hubertus

Kölner Rundfunk Sinfonie-Orchester

medici arts

1954

15‘11

5

live - Eleganz und Virtuosität in beglückender Verbindung, aufmerksame Orchesterbegleitung

 

Demidenko

Mackerras

Scottish Chamber Orchestra

Hyperion

1994

15‘48

4-5

Dem.: lustvoller und verspielter Umgang mit dem Notentext, Orchesterbegleitung etwas im Hintergrund, duftiges Klangbild

Oppitz

Davis

Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks

RCA

1995

15‘57

4-5

Oppitz verfügt nicht ganz über die Leichtigkeit Demidenkos, Orchesterbegleitung jedoch deutlicher, leider in den Tutti-Passagen etwas pauschal

Kraus, Lili

Desarzens

Wiener Opernorchester

Scribendum

P 1966

16‘16

4-5

Kraus gibt den lyrischen Abschnitten mehr Raum, in Tutti-Akkorden nicht immer 100% auf den Schlag, kein pp zu Beginn des Tempo di marcia

 

Tan

Norrington

London Classical Players

EMI

1994

16‘18

4

Hammerflügel und Originalinstrumente, hervorragende Klangbalance, engagiert gespielt

Gulda

Andreae, Volkmar

Wiener Philharmoniker

Decca

1956

16‘06

4

bewegter Beginn, Orchester dem Klavier untergeordnet, könnte etwas selbstbewusster agieren, Gulda in einem Terrain, das er später nicht mehr beackerte

Gould

MacMIllan

Toronto Symphony Orchestra

WHRA

1951

15‘18

4

live – Gould fühlt sich bei seinem frühen Ausflug ins Virtuosenlager hörbar wohl ( anfangs in seinem Part versunken, im Allegro passionato Feuer), Mikrophon stark auf Flügel fixiert, Begleitinstrumente oft kaum wahrzunehmen, rauschende Acetat-Platten

Arrau

Galliera

Philharmonia Orchestra

EMI

1960

18‘17

4

 

Rösel

Blomstedt

Staatskapelle Dresden

EMI

1984

16‘55

4

Rösel zielt weniger auf pianistischen Glanz als auf kantables Spiel, ausgefeilte Orchesterbegleitung, Tempo des Schlusssatzes mehr Allegro als Presto

Weber, Margrit

Fricsay

Radio Sinfonie-Orchester Berlin

DGG

1960

16‘17

4

M. Weber solide, keine Supervirtuosin, entledigt sich ihres Parts jedoch mit Geschmack, Orchester sehr aufmerksam geführt

Carter, Paulina

Walter

Los Angeles Philharmonic Orchestra

History

1950

15‘42

4

live – Rauschen der Acetat-Platten, überraschend lebendige Gestaltung durch die bisher unbekannte Pianistin, Mikrophone bevorzugen eindeutig den Flügel

 

Schmidt, Annerose

Masur

Gewandhausorchester Leipzig

Berlin classics

1969

16‘03

3-4

pianistisch gediegen, Orchesterbegleitung etwas zackig

Brendel

Abbado

London Symphony Orchestra

Philips

1979

17‘13

3-4

Versuch, op.79 aus der reinen Virtuosenecke herauszuholen, klingt jedoch nicht überzeugend, da zu lustlos, zu brav, Orchestermusiker versehen lediglich ihre Dienste

 

Pletnjew

 

Russisches Nationalorchester

DGG

1996

15‘36

3

Dirigent fehlt: Orchester spielt nebenher, viele Begleitfiguren verschluckt, etwas kurzatmige Phrasierung, in Tutti-Abschnitten pauschal

Erich Kleiber verleiht dem Orchesterpart ein genau umrissenes Profil, für den Klavierpart sorgt Arrau selbst, prononciertes Klavierspiel, immer passionato, romantisches Virtuosenstück, fast zum Bersten gespanntes Musizieren. Der Transfer von den alten Acetat-Platten auf die CD ist unterschiedlich gelungen: bei Urania hört man viele störende Knacker, dafür ist das Klangbild insgesamt jedoch präsenter, die M&A-CD klingt aufgrund der Digitalbearbeitung angenehmer, allerdings ist durch die Bearbeitung etwas von der Atmosphäre verloren gegangen. Ein Jahr vor diesem Konzertmitschnitt erfolgte eine reguläre Schallplattenaufnahme des Konzertstücks ebenfalls mit Arrau am Flügel, begleitet vom Chicago Symphony Orchestra unter Leitung von Désiré Defauw, wahrscheinlich für die amerikanische Columbia, heute in einem 4 CD-Set von Membran veröffentlicht. Arrau spielt außergewöhnlich, wie bei Kleiber, auch die Orchesterbegleitung ist überzeugend gelungen. Die spätere Aufnahme mit dem Philharmonia Orchester London unter Leitung von Alceo Galliera fällt im direkten Vergleich dagegen ab, die klanglichen Verhältnisse sind im Vergleich zu den vorigen Aufnahmen super, die musikalischen jedoch nicht, Arrau kann die Glut von früher nicht mehr entfachen und Galliera bleibt lediglich gediegen.

Übrigens, der Leser wird es sicher bemerkt haben, dass Weber im 2.Satz (Allegro passionato) sich des Themas aus dem Kopfsatz der d-moll Sonate op.31 Nr.2 „Sturmsonate" von Beethoven bedient hat: und zwar gleich am Anfang, nur ganz kurz, und dann knapp vor Satzende drei Takte lang.

eingestellt 2004

letzte Ergänzung: 17.11.11

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