Das Klassik-Prisma

 

 Bernd Stremmel

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Strauss        home

Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Maazel

Philharmonia Orchestra

EMI

P 1974

14‘57

5

Till von Anfang an ein Draufgänger, Orchesterfinessen auf Silbertablett präsentiert

Maazel

Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks

RCA

1996

15‘42

5

ein wenig gemäßigter

Dohnanyi

Cleveland Orchestra

Decca

1991

15‘00

5

prächtige Hörner in Bestform präsentiert

Reiner

Wiener Philharmoniker

Decca

1956

14‘45

5

plastisch, durchsichtig bis zum 3. Fagott, saftig

Szell

Cleveland Orchestra

Sony

1957

14‘15

5

äußerst differenziert und genau, an bestimmten Stellen sehr drastisch, völlig durchsichtig zum Mitlesen, bis auf das Äußerste gespannt, alles leicht und locker

Monteux

Boston Symphony Orchestra

M&A

1960

13‘54

5

live

Busch

BBC Symphony Orchestra

EMI

1934

13‘52

5

durchsichtig, junger Till

Strauss

Wiener Philharmoniker

DGG/ Berlin Classics

1944

15‘20

5

Strauss als 80jähriger: erstaunlich

Blomstedt

San Francisco Symphony

Decca

1994

14‘32

5

 

Fricsay

Berliner Philharmoniker

DGG

1950

14‘03

5

 

Kempe

Staatskapelle Dresden

EMI

1970

14‘34

5

alles da, jedoch nicht so artifiziell wie bei Szell

Markevitch

Orchestre National Paris

EMI

1956

14‘37

5

 

Solti

Chicago Symphony Orchestra

Decca

1976

15‘01

5

saftig

Albrecht

Wiener Symphoniker

Koch

P 2001

14‘49

5

live

Karajan

Berliner Philharmoniker

DGG

1972

15‘26

5

 

Karajan

Berliner Philharmoniker

DGG

1986

15‘54

5

Till hat schon etwas Fett angesetzt, opulenter Klang

Böhm

Berliner Philharmoniker

DGG

1963

15‘06

5

 

Swarowsky

WdR Sinfonie-Orchester Köln

 

 

15‘12

5

live - unveröffentlicht

Furtwängler

Wiener Philharmoniker

EMI

1954

16‘08

5

 

Kleiber, Erich

Sinfonie-Orchester des NdR

EMI

1953

13‘21

5

live – sehr lebhaft, stellenweise drastisch

Szell

Cleveland Orchestra

CBS/UA

1949

13‘52

5

Zusammenspiel noch nicht so geschmeidig wie später

Schippers

Cincinatti Symphony Orchestra

VOX

1976

14‘56

5

 

Jochum

Bamberger Symphoniker

BMG

1984

14‘31

5

 

Furtwängler

Berliner Philharmoniker

DGG

1943

14‘55

5

live – erstaunlich guter Klang

Abbado

London Symphony Orchestra

DGG

1982

14‘41

5

virtuose Hornstellen fabelhaft vorgeführt

Karajan

Philharmonia Orchestra

EMI

1951

15‘09

5

gute Aufnahmetechnik

Keilberth

Berliner Philharmoniker

Teldec

P 1967

16‘10

5

 

Keilberth

Wiener Symphoniker

Orfeo

1955

15‘11

5

live – con anima

Toscanini

NBC Symphony Orchestra

RCA

1952

15‘11

5

live – etwas gepresster Klang, jedoch durchsichtig

Ashkenazy

Cleveland Orchestra

Decca

1988

14‘18

5

 

Levine

Münchner Philharmoniker

Oehms

2002

14‘51

5

live

 

 

 

 

 

 

 

Kleiber, Erich

Berliner Philharmoniker

Teldec

1930

14‘07

4-5

klanglich kompakt, Kleiber ist um Durchsichtigkeit bemüht

Böhm

Staatskapelle Dresden

DGG

1957

14‘53

4-5

etwas kompakter Klang, nicht so agil wie Reiner und Szell, gelassener, obwohl nicht langsamer

Furtwängler

Berliner Philharmoniker

Polydor/DGG

1930

14‘46

4-5

 

Furtwängler

Berliner Philharmoniker

DGG/ WFG

1953

15‘46

4-5

live

Krips

Wiener Symphoniker

Orfeo

1972

15‘20

4-5

live – offenes Klangbild

Sawallisch

Philadelphia Orchestra

EMI

1993

15‘18

4-5

 

Klemperer

Staatskapelle Berlin

archiphon

1929

13‘24

4-5

 

Klemperer

WdR Sinfonie-Orchester Köln

EMI

1956

14‘30

4-5

live – etwas gemütlicher Till

Klemperer

Philharmonia Orchestra

EMI

1960

14‘54

4-5

ein klein wenig schwerfällig

Horenstein

Bamberger Symphoniker

VOX

1954

13‘46

4-5

 

Bernstein

New York Philharmonic

Sony

1959

14‘51

4-5

saftig, teilweise grell

Abbado

Berliner Philharmoniker

Sony

1992

14‘21

4-5

live

Barenboim

Chicago Symphony Orch

Erato

1990

15‘15

4-5

Holzbläser könnten besser aufgegliedert sein

Ancerl

Tschechische Philharmonie

Supraphon

1962

14‘40

4-5

 

 

 

 

 

 

 

 

Blomstedt

Staatskapelle Dresden

Denon

1989

14‘40

4

alle Denon-Aufnahmen mit der Staatskapelle Dresden klingen etwas obertonarm, was gerade bei Musik von Strauss ein Manko ist

Celibidache

Berliner Philharmoniker

M&A

1947

15‘35

4

Hörner (Instrumente) noch nicht von der Qualität späterer Jahre

Celibidache

Radio Sinfonie-Orchester Stockholm

DGG

1971

16‘32

4

 

Konwitschny

Tschechische Philharmonie

Supraphon

1952

13‘59

4

manche Partien nicht ganz ausgeformt

Masur

Gewandhausorchester Leipzig

Philips

1989

15‘10

4

live - eher Pflicht als Kür

Mackerras

Royal Philharmonic Orchestra

RPO

1995

14‘32

4

Holz nicht immer plastisch abgebildet

Leitner

Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks

Orfeo

1972

14‘00

4

live – gelassen, gute Kapellmeisterleistung

Marriner

Sinfonie-Orchester des SdR

Capriccio

1990

15‘38

4

Klangbild könnte transparenter sein

Rickenbacher

London Philharmonic Orchestra

EMI

1985

14‘46

4

eher schwarzweiß als farbig

Krauss

Wiener Philharmoniker

Teldec

1941

14‘53

4

kompakter Klang, nicht immer ganz deutlich

Knappertsbusch

Staatskapelle Berlin

History

1928

14‘41

4

nicht immer präzise zusammen





Im Till Eulenspiegel von Richard Strauss begegnet uns ein Werk von hoher Originalität, großer Einfallskraft, Konzentration und musikalischer Dichte, es überragt die bisher geschaffenen Tondichtungen des Meisters um einiges. Die Orchesterbesetzung ist erweitert auf vierfaches Holz (incl. kleine Flöte, Englischhorn, Bassklarinette und Kontrafagott), 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen und Tuba. Die Anforderung an die Spieler sind enorm und gegenüber seinen bisherigen Orchesterwerken noch gesteigert, z. B. bei den Hörnern, denen schnelle chromatische Passagen in hoher Lage abverlangt werden. Ein Orchester ohne Spitzenkräfte an den Pulten ist kaum in der Lage, das Werk adäquat vorzustellen. So kann es nicht verwundern, dass unter den hier verglichenen Aufnahmen alle als hochwertig einzustufen sind und kein Flop anzutreffen ist. Auch die CD vom letzten Platz ist hörenswert! Dass der Till auch eine großartige Orchester-Show ist, zeigen nicht zuletzt auch die so verschiedenartigen Aufnahmen Szells und Karajans.

Viele Dirigenten lassen hochartifiziell aufspielen (z. B. Szell, Maazel, Dohnanyi), anderen scheint in Anlehnung an Tills Späße eine derbere Gangart dem Werk angemessen (z. B. Bernstein, stellenweise Erich Kleiber), oder sie erzählen dem Hörer das Stück (Swarowsky). Überraschend für mich war die erstaunliche Klangqualität bereits um 1930 zu Schelllackzeiten sowie in den frühen 50ern (Fricsay, Karajan POL).

Hier noch ein paar Hinweise für Leser mit Partitur, sie dienen einem besseren Verständnis vom Strauss‘ Absichten:



eingestellt am 29.06.07

ergänzt am 20.02.10

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