Das Klassik-Prisma

 

Bernd Stremmel

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Johann Sebastian Bach

 

2. Violinkonzert E-dur BWV 1042

 

Historische Aufführungspraxis mit Original-Instrumenten:

Cafè Zimmermann

Alpha

2001

15‘21

4-5

Standage

Pinnock

The English Concert

DGA

1983

16‘48

4-5

Schroeder

Hogwood

Academy of The Ancient Music

Decca

1981

16‘42

4-5

fantasievolle Ausgestaltung des Soloparts, Solist und Orchester in guter Partnerschaft

A. Harnoncourt

N. Harnoncourt

Concentus musicus Wien

Teldec

1966

17‘46

4-5

letzter Satz etwas schwerfällig

Bezzina

Ensemble Baroque de Nice

Ligia

2006

15‘30

4-5

Live

 

Historisch orientierte Aufführungspraxis mit modernen Instrumenten:

weitgehender Verzicht auf Vibrato, kleine Besetzung, schlankes und durchsichtiges Musizieren, Tempo im Mittelsatz nicht zu langsam

 

Zehetmair

Amsterdamer Bach-Solisten

Berlin Classics

1994

16‘33

5

Kuuisto

Latvala Tapiola Sinfonietta

Ondine

2001

15‘04

5

Concertare!

Mullova

Mullova Ensemble

Philips

1995

16‘08

5

es fehlt etwas Wärme

Fischer, Julia

Academy of St.Martin-in-the-Fields

Decca

2008

16‘19

4-5

I frisch und locker, II ausdrucksvoll, III furioser Kehraus

Poppen

Rilling

Bach Collegium Stuttgart

hänssler

1999

16‘06

4

könnte etwas differenzierter sein

Schmid

Cis-Collegium Salzburg

Oehms

1996

15‘43

4

II Mittelstimmen gehen etwas unter, III virtuos gespielt, aber nicht ganz bewältigt

Hope

Chamber Orchestra of Europe

Warner

2005

15‘20

3-4

Notentext teilweise wie improvisiert oder verfremdet, wirkt bei wiederholtem Hören jedoch maniriert

 

Traditionelle Aufführungspraxis:

Grumiaux

Leppard

English Chamber Orchestra

Philips

1964

17‘49

5

III non assai, dafür formt Solist seinen Part mit vorbildlicher Artikulation aus

D. Oistrach

Wiener Symphoniker

DGG

1962

18‘21

5

Oistrach primus inter pares, II sehr gesanglich

Busch

Busch Chamber Players

Pearl

1942

17‘59

4-5

einige zeitbedingte Portamenti

Kogan

Philharmonia String Orchestra

EMI

1955

18‘38

4-5

Kogan erinnert mich an Busch, gelassen, II ein wenig süßlich, aber nicht so aufdringlich wie Heifetz

Kagan

Nikolajewsky

Kammerorchester des Moskauer Konservatoriums

Live Classics

1978

18‘45

4-5

live

Szeryng

Marriner

Academy of St.Martin-in-the-Fields

Philips

1976

18‘04

4-5

III Geige hat keinen Kern

Schneiderhan

Baumgartner

Festival Strings Lucerne

DGG

1956

18‘29

4-5

etwas gepresstes Klangbild

Zimmermann

Tate

English Chamber Orchestra

EMI

1988

19‘04

4-5

III Solist etwas einförmig

Grumiaux

Guller

Guller Chamber Orchestra

Philips

1955

17‘52

4

Orchester etwas handfest, III tutti im Klangbild verzerrt, von alter LP übertragen? Grumiaux gut!

Menuhin

Bath Festival Orchestra

EMI

1958

18‘58

4

III Menuhin etwas angestrengt – Aufnahme identisch mit Robert Masters Chamber Orchestra

Agostini

I Musici di Roma

Philips

17‘30

4

Spivakov

Moskauer Solisten

RCA

1989

18‘31

4

II Adagio molto, unsentimental mit viel Ausdruck

Kennedy

Berliner Philharmoniker

EMI

2000

16‘51

4

großformatiger Bach, lustbetontes Musizieren

de Vito

Kubelik

London Symphony Orchestra

EMI

~ 1952

21‘41

4

I Allegro moderato, II sehr ernst, III non assai, ein klein wenig betulich

Kremer

Academy of St.Martin-in-the-Fields

Philips

1982

14‘21

4

I schnell, gehetzt, Musik wird etwas überfahren, II Andante. Insgesamt etwas pauschal

Menuhin

Malcolm

English Chamber Orchestra

BBCL

1963

17‘49

4

live – Orchester klangmächtiger als 1958, II schneller, jedoch nicht so konzentriert wie vorher

Sitkovetzky

English Chamber Orchestra

Novalis

1987

17‘48

4

hier wird unüberhörbar auf Stahlsaiten musiziert, III Ritornell gestanzt

Goldberg

Niederländisches Kammerorchester

Philips

1975

19‘10

4

lockerer, freier als 1947, ein wenig romantisierend

Brandis

Tennstedt

Berliner Philharmoniker

Testament

1981

18‘06

4

live – philharmonischer Bach, partnerschaftlich, nicht dick aufgetragen, II etwas nervöser Geigenton

Barylli

Scherchen

Orchester der Wiener Staatsoper

Westminster Tahra

1953

18‘16

4

Bach der 50er Jahre, die Musik im Fluss, präsentes Klangbild, Cembalo etwas zu laut, II ausdrucksvoll

Oistrach, David

Ormandy

Philadelphia Orchestra

CBS Naxos

1955

17‘31

4

großer Streicherapparat, romantisierend, im 2. Satz mulmiges Klangbild, Balance erheblich gestört

Mutter

Trondheim Soloists

DGG

2007

17‘18

4

flüssig gespielte Ecksätze, Finale einer der schnellsten überhaupt, hochromantisches Adagio mit viel Sentiment, Mutters Geigenton hier und da kratzig

Heifetz

Wallenstein

Los Angeles Philharmonic Orchestra

RCA

1953

15‘44

3-4

Heifetz dominiert, Str.Orchester nebenher, kompakt, glatt, II Heifetz in langen Bögen sehr süßlich, III Streicher-Tutti gekratzt

de Vito

Bernhard

London Chamber Orchestra

EMI Dutton

1949

21‘20

3-4

im Geist des 19. Jahrhunderts, liebevolle Ausgestaltung des Soloparts, jedoch oft (zu) viel Vibrato, Orchester in Solopassagen sehr zurück, III Ritornell zu dick

Perlman

Barenboim

English Chamber Orchestra

EMI

1971

20‘13

3-4

Orchester kompakt, Solist immer vorn – II üppiges Vibrato, T. 23 f: übertriebenes Seufzermotiv - demonstrativ schönes Violinspiel: mehr Perlman als Bach

Accardo

Chamber Orchestra of Europe

Philips

1985

18‘04

3-4

wenig Aussage zum Stück, handfestes Musizieren, II mit breitem Pinsel

Goldberg

Süsskind

Philharmonia Orchestra London

EMI

1947

20‘44

3-4

viele Portamenti, II Adagio molto, rührselig

Hahn

Kahane

Los Angeles Chamber Orchestra

DGG

2002

16‘21

3-4

in den Ecksätzen schnell, gehetzt, Musik kann nicht richtig atmen, II romantisierend, teilweise etwas kitschig T. 34 f

Oistrach, Igor

Konwitschny

Gewandhausorchester Leipzig

Berlin Classics

1956

17‘13

3-4

I fast keine Lautstärkedifferenzierung, starr, II romantisch, übertriebenes Espressivo, III assai, Solist kehrt Virtuosität heraus. Bei Solostellen Orchester immer zurück. Bach als Virtuosenfutter?

 

Die Harnoncourts waren m.W. die ersten, die Bachs Violinkonzerte nach dem Studium der historischen Aufführungspraxis mit historischen Instrumenten oder Nachbauten derselben einspielten, ich meine, auch etwas mit erhobenem Zeigefinger „Achtung! So klang es zu Zeiten von Bach!" Dieser verdienstvollen und guten Einspielung folgten später weitere, die (vielleicht) etwas unbefangener ans Werk gingen, z. B. S. Standage mit Pinnock, die vor allem in den Ecksätzen schnellere Tempi vorgaben sowie auch auf die Virtuosität des Soloparts nachdrücklich hinwiesen. Ähnlich die Aufnahme mit Gilbert Bezzina mit seinem Ensemble, hier ist die Solostimme jedoch etwas gegenüber seinen Mitstreitern bevorzugt. Kleine Inegalitäten muss man bei dieser Live-Aufnahme in Kauf nehmen. Von den mir bekannten Aufnahmen gefällt mir am besten die CD mit dem Ensemble „Café Zimmermann". Eine wirkliche Spitzenaufnahme steht m. E. noch aus.

eingestellt am 19.06.07

ergänzt am 09.04.11

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